Waren Sie schon einmal beim Speed-Dating mit einem Bürgermeisterkandidaten? Am 6. Februar 2026 hatten circa 250 Gäste im Rahmen einer Podiumsdiskussion am Gymnasium Ottobrunn die Chance dazu. Organisiert und moderiert vom AK Politik stellten sich Thomas Loderer (CSU), Florian Schardt (SPD) und Leon Matella (Grüne) den Fragen der Schülerinnen und Schüler. Der ebenfalls eingeladene Bürgermeisterkandidat Vivi Ulmer (Die Linke) konnte krankheitsbedingt nicht teilnehmen.
Wer beim Thema Kommunalpolitik an Langeweile denkt, wurde an diesem Abend eines Besseren belehrt. Mit beeindruckender Souveränität führten die Mitglieder des AK Politik, allesamt Schülerinnen und Schüler der Oberstufe, durch einen abwechslungsreichen Abend. Fragen zur politischen Agenda der Kandidaten wurden dabei immer wieder durch persönliche Informationen aufgelockert, die einen Blick auf die Menschen hinter den politischen Ämtern ermöglichten. Dabei reichte die Themenpalette von der hochkontroversen Frage „Nutella mit oder ohne Butter“ bis hin zur Vision eines U-Bahn-Anschlusses an die U5. Ein Projekt, bei dem sich alle Kandidaten einig waren, dass es kommen wird. Lediglich im Hinblick auf die benötigte Zeit herrschten unterschiedliche Meinungen.
Unter der gestrengen Aufsicht eines Zeitwächters äußerten sich die Kandidaten in ein- bis zweiminütigen Statements zu vielen präzise gestellten Fragen. Immer ging es darum, wie sie die Bildungslandschaft vor Ort stärken und welche Wege der Ortsentwicklung zwischen Tradition und moderner Innovation sie einschlagen wollen. Die Fragen des AK Politik bewiesen neben einer umfassenden Recherche im Vorfeld auch ein feines Gespür für die sozialen Aspekte, die oft hinter den großen Infrastrukturprojekten verschwinden. So wurde intensiv darüber debattiert, was konkret für ärmere Familien getan werden und wie Ottobrunn trotz des angespannten Wohnungsmarktes eine Heimat für alle Generationen bleiben kann. Auch nach dem Ende des offiziellen Teils gingen die Diskussionen weiter und zahlreiche Gäste nutzten die Chance, direkt mit den Politikern ins Gespräch zu kommen.
M. Assmann / M. Fröhlich
