P-Seminar-Preis für die Ausstellung „Cortona – Ottobrunn: Erinnerung muss konstruktiv sein“

Von knapp 3000 P-Seminaren, die es in Bayern jährlich gibt, hat es das Ottobrunner P-Seminar „Die letzten Kriegsverbrecherprozesse“ unter die besten 24 geschafft. Am Mittwoch bekam es als eines von drei Seminaren der Dienststelle Oberbayern-Ost den P-Seminar-Preis 2020 verliehen. Dieser wird vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und seinen Kooperationspartnern, der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V, dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V. und der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG ausgeschrieben.

Auf einer feierlichen Veranstaltung in Trudering präsentierten die drei Gewinner-Seminare des Camerloher-Gymnasiums Freising, des Gymnasiums Trudering und des Gymnasiums Ottobrunn in beeindruckender Weise ihre Projekte. Anschließend hielt der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberbayern-Ost Herr Rühl die Laudatio, in welcher er die herausragenden Leistungen würdigte, und übergab jedem P-Seminar einen Scheck über 200 Euro. Für das Gymnasium Ottobrunn nahmen neben den Schülerinnen und Schülern des Seminars auch die beiden Seminarleiter Claudia Bruckmeier und Matthias Weigert, Schulleiter Achim Lebert sowie die externe Partnerin Stefania Zuber teil. Erstmals hat ein Ottobrunner P-Seminar diesen Preis gewinnen können.

Die Ottobrunner Schülerinnen und Schüler haben sich im Rahmen ihres P-Seminars mit den letzten Kriegsverbrecherprozessen des Zweiten Weltkriegs beschäftigt und dabei den Fokus auf den Fall Scheungraber gelegt. Der ehemalige Ottobrunner Bürger wurde wegen eines Kriegsverbrechens in der Nähe von Cortona in der Toskana 2009 zu lebenslanger Haft verurteilt. Darauf folgten in der Gemeinde Ottobrunn Diskussionen, wie man mit diesem Urteil umgehen sollte. Schließlich entstand auch ein Jugendaustausch zwischen Cortona und Ottobrunn.

Im Rahmen der Recherchen wurden zahlreiche Interviews geführt. Nach dem Besuch der italienischen Schülerinnen und Schüler in Ottobrunn reiste das P-Seminar auch nach Cortona. Die Ergebnisse der Gespräche sowie die Erfahrungen des Austauschs wurden schließlich in der Ausstellung „Cortona – Ottobrunn: Erinnerung muss konstruktiv sein“ zusammengefasst und in der Bibliothek des GO präsentiert.

Nach den Faschingsferien wird die Ausstellung für zwei Wochen zudem am Gymnasium Trudering zu sehen sein.

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